Friday Jazz Jam

Epilog: Friday Jazz Jam
im Mohrenkönig,
(2014-2019) …

Friday Jazz Jam ist die monatliche Jazz-Jam-Session in Augsburg mit wechselnden Rhythmusgruppen oder Bands, meistens am letzten Freitag im Monat. Nach dem Ende des alten Mohrenkönig zieht die Session weiter.

Mohrenkönig

Diese regelmäßige Jamsession in der ehemaligen Augsburger Kultur- und Nachbarschaftskneipe »Mohrenkönig« wurde seit September 2014 vom Jazzgitarristen Dietmar Liehr in enger Zusammenarbeit mit dem Team des Spielortes organisiert. Durch die zeitliche Positionierung am Ende der Woche war die Session auch für Musiker geeignet, die unter der Woche früh aufstehen müssen und es waren ausdrücklich auch jazzinteressierte Einsteiger willkommen, die noch nicht so viel Erfahrung mitbringen. Ein Konzept, das über die Jahre sowohl bei den Zuhörern, als auch bei den aktiv Musizierenden viele Freunde und Fans fand. Die Veranstaltungen waren nummeriert, jedoch riss dieses System bei der Nummer 46 jäh ab, da der Vertrag des Wirtes Bernhard Riepl mit der Brauerei als Vermieterin im Februar 2019 ausgelaufen ist und im beiderseitigen Einverständnis nun nicht verlängert wird. Inzwischen hat sich ein neues Team zusammengefunden, das die Veranstaltung an einem neuen Spielort etablieren will (siehe hier). Dietmar Liehr bleibt an Ort und Stelle und freut sich auf seine neue, alte Stammkneipe »Mohrenkönig“. (dl)

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Andreas Skowronek und Bernhard Riepl

Journalist Andreas Skowronek und der scheidende Mohrenkönig-Wirt
Bernhard Riepl im Gespräch (Interview für den Artikel von Bernd Hohlen); Foto: Dietmar Liehr

»Gestern abend habe ich die Jazz-Jam-Session im Mohrenkönig sehr genossen. Dietmar Liehr – der Jazzliebhaber und 7-Saiten-Artist – hat das Ganze initiiert und eine äußerst empfehlenswerte Veranstaltung aufgelegt. Tolle Beiträge von allen Beteiligten (Kontra, Gitarre, Saxophone, Drums, Gesang), eingebettet in ein solides »jazziges« – also kein Mainstreamharmoniegefüge – mit ebensolchem Groove ließen nichts zu wünschen übrig. Meine Empfehlung für alle, die Jazz ein bisschen kennenlernen wollen oder ihm sogar skeptisch gegenüber stehen. Schwellenangst ist hier total fehl am Platz, im netten Publikum waren alle Altersstufen vertreten; die Atmosphäre gelassen und freundschaftlich. Bin beim nächsten Mal wieder dabei.«

Karl Poesl
Amazing Jukebox

Des Mohrenkönig's Epilog …

Der Mohrenkönig

Und des Mohrenkönigs Name
Ward verherrlicht und gefeiert
Nimmer wird sein Ruhm verhallen,
Schnarrend losspringt von der
letzten Andalusischen Gitarre.

Heinrich Heine (entdeckt von Bernd Hohlen)

Abschied vom Mohrenkönig, Artikel von Bernd Hohlen.

46 Sessions …

Wie geht es weiter? 

Wie die meisten regelmäßigen Zuhörer und Musiker wohl inzwischen mitbekommen haben, ging unser Wirt Bernhard in den wohlverdienten (Un)ruhestand und damit wird es keine Jam Sessions im Mohrenkönig mehr geben. Ich danke ihm für den Anstoß im Sommer 2014, diese regelmäßige Veranstaltung anzubieten und wünsche ihm von ganzem Herzen viel Spaß bei den vielen Kulturveranstaltungen, die er in Zukunft besuchen wird und die er dann ganz ohne Verpflichtungen genießen kann. Ich danke dem ganzen Team des Mohrenkönig, vor allem aber der Küchenchefin, den wechselnden Servicekräften und dem Barmann meines Vertrauens für die vortreffliche Bewirtung und die unkomplizierte Zusammenarbeit. Die letzte Session mit der Nummer 46 fand am 22. Februar 2019 statt. Die Kneipe wird nach einer Zeit der Renovierung unter neuer Führung wieder eröffnet. Es hat sich nun aus den Reihen der Musiker ein Team zusammengefunden, das die gewohnten Jamsessions einmal im Monat in Zukunft an anderer Stelle etablieren will.

Dietmar Liehr 1989 und 2016

Wir werden alle nicht jünger!; Fotos: Alex Ruhland (li., 1989) und Stefan Rehbinder (2016)

Aber andererseits: Die Organisation so einer Jamsession ist schon viel Arbeit hinter den Kulissen und ich hatte mir eigentlich vorgenommen, bis zur 50. Session eine Entscheidung zu treffen, wie ich damit weiter umgehen will. Diese Entscheidung wurde mir nun abgenommen. 

Ich danke den Musikern, die diese ganzen Abende verantwortlich gestaltet haben und den vielen Kollegen, die immer wieder zum Mitspielen gekommen sind. Wie es sich für eine Jazz-Session gehört, wurden hier auch Kontakte geknüpft, die weiter Bestand haben und an anderer Stelle Früchte tragen. Besonders aber danke ich denjenigen, die auch mal von sich aus mit angepackt und mitgeholfen haben. Die Session wurde durch Sach- und Geldspenden unterstützt von Dietmar Liehr, Jochen Haug, Hubert Malik, Herbert Heim und dem Blue Bolivar Quintett, vielen Dank dafür! Und nicht zuletzt danke ich allen Teilnehmern aus dem Publikum, ohne die das alles nicht möglich gewesen wäre!

Dietmar Liehr

45th

Momentaufnahme einer typischen Mohrenkönig-Jamsession; Foto: Anja Wurm

45th

Die „Wall of Fame“ im Mohrenkönig: Jazzfotos von Dietmar Liehr

Dietmar Liehr 1989 und 2016

Plakat zur allerletzten Veranstaltung; Gestaltung: Bernhard Riepl

„I Did It My Way“: „Leaving the Table“

Sonderveranstaltung von Bernhard Riepl zum endgültig letzten Abend der jahrzehntelang bestehenden Kultur- und Nachbarschafts-Traditionskneipe „Mohrenkönig“ am 28. Februar 2019: Dietmar Liehr singt ein passendes Lied von der letzten Platte von Leonard Cohen.

Dietmar Liehr – Gesang, Gitarre
Gary Todd – Kontrabass
Theo „The Professor“ Kolross – E-Piano
Sieglinde Hahn – Rede am Schluss

Leaving the Table

Eine kurze Geschichte eines Schlagzeugs (englisch)

This cheap drum set looks shabby and it probably is. It was originally bought by South African drummer Gilbey Karno (John Mc Laughlin's drummer in London) who was the teacher of Hubert Malik, Christoph Zeitner, Clauspeter Marker and even me. It served at legendary Augsburg Jazz club "Underground", at "Striese", "Lailos", "S'ensemble" and "Mohrenkönig" for the respective Jam Sessions. Ursel Jarach sold it to me in 1997 and Gilbey renovated it for me before his untimely death. The Jazz heads were ordered especially for me from REMO USA, the bass drum beater was bought by me in 1998 in New York. I also inherited an old Turkish Zildjian cymbal from Gilbey that is also strictly non-saleable. This drum set was played by Clyde Stubblefield (James Brown) and twice by Lionel Hampton's drummer in the late 80ies, but also repeatedly by a very young Guido May or Rick Hollander or Sunk Pöschl or of course Wolfgang Lackerschmid. I was standing next to Maureen „Moe“ Tucker (Velvet Underground) when someone played on it. It will find some rest now on my attic before I decide to give it to another young steward who deserves recognition. (dl)

Das alte Schlagzeug